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Bonnet Plume River - Informationen
In den beiden Flussführern finden sich ausführliche Tourenbeschreibungen des Bonnet Plume River. Die Angaben zu markanten Stellen im Flusslauf hinsichtlich ihrer Schwierigkeiten sind abhängig vom Wasserstand und vor Ort deshalb immer selbst zu überprüfen. Das Drama der "Lost Patrol" ist im Yukon vielerorts allgegenwärtig. Dick North schildert in seinem Buch den Verlauf der Ereignisse. Die DVD beinhaltet Film und Fotos unserer Tour auf dem Bonnet Plume River und dem Peel River mit vielen Informationen.
Der Bonnet Plume River fließt als munterer Gebirgsfluss durch den nördlichen Teil der Mackenzie Mountains. Auf Grund des Gefälles bleibt seine Fließgeschwindigkeit bis zur Mündung in den Peel River flott. Die Wildwasserschwierigkeiten befinden sich in etwa auf den ersten einhundert Kilometern.
VoraussetzungenKanutour mit Expeditionscharakter auf Grund der vollständig fehlenden Infrastruktur. Durch die nördliche Lage kommt ein raues Klima hinzu. Die wassertechnischen Schwierigkeiten reichen bis zum 5. Schwierigkeitsgrad der sechsstufigen Wildwasserskala. Auf dem Peel River stark abnehmende Strömung bis schlussendlich zu langen Zahmwasserpassagen, in denen der Wind schnell ein Problem werden kann. Ab dem Frühsommer bis in den August hinein die obligatorische Mückenplage. Neben einer guten Ausrüstung gehören körperliche Fitness, sicheres Beherrschen von mindestens WW III im offenen Kanadier und echte Wildniserfahrung zu den unbedingten Voraussetzungen. Es ist wichtig, das Wildwasser richtig lesen zu können und die eigenen Fähigkeiten dann realistisch einzuschätzen. Im Zweifelsfall die mühsame, aber sichere Portage vorziehen. Die Zahmwasserabschnitte erfordern gerade bei Gegenwind eine gute Physis. Beste ReisezeitJe nach dem Zeitpunkt der Schneeschmelze und dem darauf folgenden Hochwasser von Ende Juni bis Ende August. In diesem Zeitraum nimmt der Wasserstand normalerweise kontinuierlich ab, kann aber durch Regenfälle zwischenzeitlich wieder ansteigen. Kälteeinbrüche mit Frostgraden und Schneefall sind auch in den Sommermonaten möglich.
AusrüstungDie Kleidung muss warm, wind- und regendicht sein. Wintermütze und Handschuhe, sowie Moskitonetze und Mückenabwehrmittel nicht vergessen. Für die Kanufahrt wildwassertaugliche Rettungsweste, Neoprenanzug oder Trockenhose und Trockenjacke. Dazu Rettungsausrüstung wie Wurfsack, Karabiner, Bandschlingen und Seilrollen. Äußerst wichtig ist das trockene Verpacken der Ausrüstung. Keine Trekkingrucksäcke verwenden! Optimal sind Canoe Packs wie z.B. von Duluth Packs (mit der richtigen Packmethode), die großen Ausführungen der wasserdichten Packsäcke von Ortlieb mit stabilen Schulterträgern (X-Tremer). Für die Verpflegung Weithalstonnen aus Plastik mit einem geeigneten Tragesystem. Wer nicht wie wir im geräumigen Feuerzelt reist, sondern mit dem Bergzelt unterwegs ist, sollte unbedingt eine Tarp mitnehmen, unter der man kochen kann. Ein Lagerfeuer davor macht den Aufenthalt darunter gemütlich und man hat die Chance, nasse Sachen zu trocknen. Ein Gas- oder Benzinkocher sollte dabei sein, da der Zugang zu Feuerholz auf dem Peel River nicht immer möglich ist.
Kanu Geeignet sind feste Kanadier oder Faltkanus (z.B. Ally), sowie gute Schlauchkanadier (z.B. Outside von Grabner). In letzteren können die langen Zahmwasserpassagen des Peel River allerdings zu einer echten Schinderei werden. Die Boote sollten wegen des Wildwassers mit Spritzdecken ausgerüstet sein. Üblicherweise befinden sich in den Leihkanus vor Ort keine Kniegurte. Wir haben deshalb von zu Hause zwei Paar Kniegurte, zwei D-Ringe plus Kleber und etwas Sandpapier mitgebracht. Die D-Ringe vor den Sitzen einkleben, die Gurte befestigen - fertig für den Wildwassereinsatz. Wie wir feststellen konnten, sind in manchen Kanus bereits D-Ringe eingeklebt, so dass nur noch die Kniegurte daran befestigt werden müssen. Fast alle Kanus hatten auch eingeklebte Kniepolster (glued kneepads). Am besten bei der Organisation der Leihboote vorher erfragen.
VerpflegungKompletter Proviant (incl. Reserve) muss mitgenommen werden. In Whitehorse gibt es genügend Einkaufsmöglichkeiten. Angellizenz ebenfalls in Whitehorse. Am Bonnet Plume Lake, sowie den Flüssen gibt es immer wieder gute Möglichkeiten zum Fischen u.a. auf Seeforelle oder Grayling. Keine Abfälle hinterlassen! Was nicht rückstandsfrei verbrannt werden kann, muss wieder aus der Wildnis herausgebracht werden.
ÜbernachtungIn Whitehorse gibt es dahingehend eine Infrastruktur vom teuren Hotel bis zum Robert-Service-Campground direkt am Yukon. Joost und Tom von Nature Tours of Yukon haben uns bei der Organisation von Übernachtungen in Whitehorse und Dawson City den ganzen Stress abgenommen. In Fort McPherson haben wir direkt an der Aussatzstelle gezeltet. In der Wildnis finden sich am Bonnet Plume River immer wieder wunderschöne Zeltmöglichkeiten. Je weiter man später auf dem Peel River nach Norden kommt, um so schwieriger wird es, überhaupt Lagerplätze zu finden. Die Ufer sind kilometerlang von einem undurchdringlichen Buschgürtel bewachsen, der kaum Platz zum Zelten bietet und den Zugang zu Feuerholz und Trinkwasser oft unmöglich macht. Insofern, wenn sich am Nachmittag ein gescheites Plätzchen anbietet, nehmt es!
SpracheGutes Schulenglisch ist ausreichend.
BesonderheitenDie Zeitplanung! Genügend Zeitreserven für den Peel River einplanen. Gegenwind kann das Vorwärtskommen extrem erschweren.
Canadian Firearm Declaration Die Einfuhr einer Jagdwaffe nach Kanada ist Stand 2008 möglich. Bei der Einreise wird die Waffe begutachtet und man muss die Firearm Declaration ausfüllen, die als zeitweiliger Waffenschein zwei Monate gültig ist und 25 kanadische Dollar kostet. Dieser Schein berechtigt nur zum Führen der Waffe, nicht zum Jagen! Das Formular (engl./franz.) kann hier als PDF-Datei herunter geladen werden.
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