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Coppermine River - Informationen
Im Buch findet sich eine ausführliche Tourenbeschreibung des Coppermine River. Die Angaben zu markanten Stellen im Flusslauf hinsichtlich ihrer Schwierigkeiten sind abhängig vom Wasserstand und vor Ort deshalb immer selbst zu überprüfen.
Der Coppermine River ist ein Fluss mit nahezu allen Facetten der subpolaren Wildnis. Die riesigen Seen Lac de Gras und Point Lake liegen mitten in der Tundra. Danach folgen die dicht bewaldeten Uferzonen des Redrock und Rocknest Lake. Im weiteren Verlauf Richtung Norden folgt ein fließender Übergang von der Taiga zur Tundra. Spektakulär sind die Canyons mit ihren gewaltigen Stromschnellen. Spannend sind die Begegnungen mit der Tierwelt des Nordens, die zahlreich mit Caribou, Elch, Wolf, Grizzly, Loon und vielen anderen vertreten ist. Eine Kanutour ist eine große Herausforderung und ein großartiges Erlebnis!
VoraussetzungenKanutour mit Expeditionscharakter auf Grund der vollständig fehlenden Infrastruktur. Durch die nördliche und speziell in der Tundra exponierte Lage kommt ein raues Klima hinzu. Die wassertechnischen Schwierigkeiten sind gekennzeichnet von langen Zahmwasserpassagen, in denen der Wind schnell ein Problem werden kann, bis hin zu wuchtigem Wildwasser (bei entsprechenden Wasserständen bis zum 4. Schwierigkeitsgrad). Ab dem Frühsommer bis in den August hinein die obligatorische Mückenplage. Neben einer guten Ausrüstung gehören körperliche Fitness, sicheres Beherrschen von WW III im offenen Kanadier und echte Wildniserfahrung zu den unbedingten Voraussetzungen. Die Observation gerade der großen Stromschnellen ist oft nur aus größerer Entfernung möglich. Man muss sich im Klaren sein, dass die Wellen um einiges höher und wuchtiger sind, als sie vom sicheren Ufer aus erscheinen. Unter diesem Gesichtspunkt muss man das Wildwasser richtig lesen können, die eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen und im Zweifelsfall die mühsame, aber sichere Portage vorziehen. Die Zahmwasserabschnitte erfordern gerade bei dem häufigen Gegenwind eine gute Physis. Auch hier ist es wichtig, die Bedingungen richtig einschätzen zu können, da die Wellenbildung bei starkem Wind extrem gefährlich werden kann. Beste ReisezeitJe nach dem Zeitpunkt der Schneeschmelze und dem darauf folgenden Hochwasser von Mitte Juli bis Ende August. In diesem Zeitraum nimmt der Wasserstand normalerweise kontinuierlich ab, kann aber durch Regenfälle zwischenzeitlich wieder ansteigen. Kälteeinbrüche mit Frostgraden und Schneefall sind auch in den Sommermonaten möglich.
AusrüstungDie Kleidung muss warm, wind- und regendicht sein. Wintermütze und Handschuhe, sowie Moskitonetze und Mückenabwehrmittel nicht vergessen. Für die Kanufahrt wildwassertaugliche Rettungsweste, Neoprenanzug oder Trockenhose und Trockenjacke. Dazu Rettungsausrüstung wie Wurfsack, Karabiner, Bandschlingen und Seilrollen. Äußerst wichtig ist das trockene Verpacken der Ausrüstung. Keine Trekkingrucksäcke verwenden! Das beste sind die wasserdichten Packsäcke von Ortlieb für Schlafsäcke, Kleidung, etc. Die großen Ausführungen haben stabile Schulterträger, so dass sie sich problemlos transportieren lassen. Für die Verpflegung Weithalstonnen aus Plastik. Wer nicht wie wir im geräumigen Feuerzelt reist, sondern mit dem Bergzelt unterwegs ist, sollte unbedingt eine Tarp mitnehmen, unter der man kochen kann. Ein Lagerfeuer davor macht den Aufenthalt darunter gemütlich und man hat die Chance, nasse Sachen zu trocknen. Ein Gas- oder Benzinkocher ist notwendig. Feuerholz ist ab dem Redrock Lake bis zu den Muskox Rapids in Form von abgestorbenen Bäumen, Schwemm- oder Bruchholz mehr oder weniger verfügbar, wenngleich das Sammeln eine mühsame und langwierige Angelegenheit werden kann.
Kanu Wir empfehlen, den Coppermine River nur in festen Canadiern oder Faltkanus (z.B. Ally) zu befahren. So geeignet Schlauchboote im Wildwasser auch sind, um so größer ist die Schinderei damit in den langen, langen Zahmwasserpassagen. Die Boote sollten wegen des Wildwassers mit Spritzdecken ausgerüstet sein. Üblicherweise befinden sich in den Leihkanus vor Ort keine Kniegurte. Wir haben deshalb von zu Hause zwei Paar Kniegurte, zwei D-Ringe plus Kleber und etwas Sandpapier mitgebracht. Die D-Ringe vor den Sitzen einkleben, die Gurte befestigen - fertig für den Wildwassereinsatz. Wie wir feststellen konnten, sind in manchen Kanus bereits D-Ringe eingeklebt, so dass nur noch die Kniegurte daran befestigt werden müssen. Fast alle Kanus hatten auch eingeklebte Kniepolster (glued kneepads). Am besten bei der Organisation der Leihboote vorher erfragen.
VerpflegungKompletter Proviant (incl. Reserve) muss mitgenommen werden. In Yellowknife gibt es genügend Einkaufsmöglichkeiten. Obwohl der Einkauf hier teurer als weiter südlich ist, bleibt auf Grund der Gepäckbeschränkungen in den Flugzeugen meist keine andere Alternative als seinen Proviant hier einzukaufen. Angellizenz ebenfalls in Yellowknife. Am Coppermine River bzw. den großen Seen gibt es immer wieder gute Möglichkeiten zum Fischen u.a. auf Seeforelle oder Arctic Char. Keine Abfälle hinterlassen! Was nicht rückstandsfrei verbrannt werden kann, muss wieder aus der Wildnis herausgebracht werden.
ÜbernachtungHotelübernachtungen auf der Anreise am besten über das Reisebüro organisieren. In Yellowknife selbst gibt es dahingehend eine Infrastruktur vom teuren Hotel bis zum Campground in der Nähe des Airports. Unsere gemütliche Unterkunft im Embleton House (Bed and Breakfast) war nur zehn Minuten Fußweg vom Stadtzentrum entfernt, so dass alle Wege bequem von dort erledigt werden konnten. In Kugluktuk gibt es ein Hotel mit extrem hohen Preisen. Etwas außerhalb des Örtchens besteht direkt am Meer die Möglichkeit zum Zelten. Dabei kann man die sanitären Einrichtungen der Turnhalle kostenfrei nutzen.
SpracheGutes Schulenglisch ist ausreichend.
BesonderheitenDie Zeitplanung! Auf Kanutouren in den Barrenlands ist es wichtig, genügend Zeitreserven einzuplanen. Das Wetter ist zu unberechenbar. Insbesondere starker Wind bzw. Sturm kann das Paddeln über mehrere Tage unmöglich machen.
Canadian Firearm Declaration Die Einfuhr einer Jagdwaffe nach Kanada ist Stand 2007 möglich. Bei der Einreise wird die Waffe begutachtet und man muss die Firearm Declaration ausfüllen, die als zeitweiliger Waffenschein zwei Monate gültig ist und 25 kanadische Dollar kostet. Dieser Schein berechtigt nur zum Führen der Waffe, nicht zum Jagen! Das Formular (engl./franz.) kann hier als PDF-Datei herunter geladen werden.
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