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Lappland - Informationen
Zum Thema Outdoor-Unternehmungen in Lappland gibt es natürlich eine Fülle an Literatur, angefangen von Bildbänden bis hin zum Trekkingführer für den Kungsleden. "Wasserwandern in Europa" und der Auslandsführer des DKV (aktuelle Ausgabe verwenden) richten sich vor allem an Kanuwanderer und Wildwasser-Fahrer. Das Skandinavien Reisehandbuch enthält viele darüber hinaus gehende Tipps, wie Vorschläge für Rundreisen, Übernachtungsmöglichkeiten, Einkaufen, ... Mit einer großen Übersichtskarte und vielen Detailkarten ein idealer Begleiter für unterwegs.
Schweden ist das viertgrößte Land Europas. Die im Verhältnis zu Deutschland wesentlich geringere Bevölkerungszahl konzentriert sich insbesondere im südlichen Drittel des Landes. Je weiter man nach Norden kommt, um so ursprünglicher wird die Natur, um so größer die Entfernungen zwischen den wenigen menschlichen Ansiedlungen. Die wilde Schönheit der Skanden, die reißenden Flüsse, die scheinbar unendlichen Wälder und die weite Tundra sind ein Paradies für jeden Outdoorer. Wer bei dem Gedanken an unberührte Wildnis Alaska oder Kanada vor Augen hat, dem sei gesagt, dass das nördliche Skandinavien dem nicht nachsteht. Für den Mitteleuropäer ist es sozusagen die Wildnis vor der Haustür, aber der Weg dahin ist doch recht weit und sie hält Herausforderungen bereit, denen man sich ohne Erfahrung und Vorbereitung nicht stellen sollte. Die Anreise mit der Nachtfähre von Kiel nach Göteborg bietet sich als willkommene Unterbrechung der langen Autofahrt insbesondere für diejenigen an, die weit hinauf in den Norden wollen. Wenn man sich am nächsten Morgen ausgeruht ans Steuer setzt, wird man die Weiterfahrt gegenüber dem hektischen Mitteleuropa als angenehm stressfrei empfinden.
VoraussetzungenEgal ob mit dem Kanu, zu Fuß oder im Winter mit Skiern - Wildnisreisen, bei denen man auf sich allein gestellt ist, erfordern eine gute körperliche Konstitution. Wichtig ist es, den Umgang mit Karte und Kompass zu beherrschen, was insbesondere auf Wanderungen im Fjäll bei schlechten Sichtverhältnissen (Nebel) eine Herausforderung werden kann. Erfahrungen im Paddeln, in der Einschätzung des Wetters, in der Auswahl der geeigneten Ausrüstung und im Verhalten in Notsituationen sind unabdingbare Voraussetzungen.
Beste ZeitWer die Mitternachtssonne erleben möchte, reist natürlich im Juni, aber dann haben auch die Stechmücken ihre hohe Zeit und man sollte sich mental und mit entsprechenden Abwehrmaßnahmen darauf einstellen. Ende Juli lässt die Plage mit den ersten Nachtfrösten im hohen Norden nach, aber auch der Wasserstand der Flüsse sinkt. Ende August beginnt mit dem farbenprächtigen Herbst die wohl schönste Jahreszeit, oft verbunden mit längeren Schönwetterphasen mit klaren, kalten Nächten und sonnigen Tagen. Trotz allem muss man jederzeit auf schlechtes Wetter mit Regen, Nebel, Sturm und auch Schneefall eingestellt sein.
Ausrüstung/VerpflegungWer von Deutschland mit dem Auto anreist und genügend Platz hat, kann einen Teil der Verpflegung von zu Hause mitbringen, da die Preise in Schweden höher liegen. Ansonsten ist das dortige Angebot auch im dünn besiedelten Norden ausreichend, um sich zu verpflegen. An Ausrüstung sturmsicheres Zelt, gute Regenbekleidung, warme Unterwäsche, sehr gute Bergschuhe. Für Touren nördlich der Baumgrenze ist ein guter Kocher erforderlich. Wir empfehlen den Primus MFS, der sowohl mit Gas (Schraubkartuschen) oder Benzin (wenn möglich Waschbenzin verwenden) betrieben werden kann. Mückenschutz und Sonnenschutz nicht vergessen! Wasserdichte Packsäcke für Kleidung und Schlafsack, Regenhülle für den Rucksack.
Übernachtung Auf der langen An- und Abreise mit dem Auto finden sich unterwegs genügend Möglichkeiten in Form von Campingplätzen, Stugas (Miet-Hütten) oder auf Bauernhöfen. Durch das so genannte Jedermannsrecht wird das freie Zelten in der Natur gestattet, aber es ist kein Freifahrtschein, um wie ein Elefant durch den Porzellanladen zu trampeln. So ist es verboten, mit Motorfahrzeugen die Straßen zu verlassen oder Wohnmobile mitten in die Natur zu stellen. In der Nähe von Häusern bzw. Siedlungen oder auf Privatgrund muss man um Erlaubnis zum Zelten nachfragen. Es wird ein rücksichtsvoller Umgang mit der Natur erwartet, was bedeutet, nichts zu stören, nichts zu zerstören und nichts zurück zu lassen. Es gibt auch Stimmen in Skandinavien, die auf Grund der falschen Auslegung eine Einschränkung des Jedermannsrechtes verlangen. Entlang der berühmten Trekkingpfade, wie z.B. dem Kungsleden, gibt es romantische Schutzhütten, die meist nur während der Saison geöffnet sind. Sie sind mit Küche, Ofen und Bettgestellen ausgerüstet und können von jedem genutzt werden. Manche haben einen Hüttenwart, der einen geringen Obolus für die Benutzung kassiert. Vor dem Verlassen sind die Hütten zu reinigen, das verbrauchte Feuerholz aufzufüllen und frisches Wasser zu holen.
Sprache Gutes Schul-Englisch ist ausreichend, um sich verständigen zu können.
Besonderheiten Die riesigen Seen laden förmlich zu ausgedehnten Kanutouren ein. Die Gefahr ist hier nicht so offensichtlich wie bei einer donnernden Stromschnelle. Unbedingt in Ufernähe bleiben! Für nicht zu vermeidende Überquerungen offener Wasserflächen die kürzeste Strecke und windstille Phasen (meist früher Morgen oder die Abendstunden) wählen. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass es lebensgefährlich ist, sich bei einem Wetterumschwung, der sehr schnell eintreten kann, mitten auf einem See zu befinden.
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