Patagonien - Informationen
Bruce Chatwins Buch ist eine gute Einstimmung für eine Patagonien-Reise. In den anderen Büchern gibt es eine Menge an Informationen, Adressen und Tourenvorschlägen.
Im südlichen Teil Patagonien liegt eine der wildesten Landschaften der Erde. Es ist ein Paradies für Rucksackwanderer und Bergsteiger mit seinen spektakulären Bergriesen, den riesigen Gletschern, zahllosen blauen Lagunen und immergrünen Südbuchenwäldern. Wer die lange Anreise und das extreme Klima nicht scheut, wird mit unvergesslichen Eindrücken zurückkehren.
VoraussetzungenKörperliche Fitness verbunden mit der geeigneten Ausrüstung und der richtigen Einstellung zu häufigem Regen, fast ständigem starken Wind und niedrigen Durchschnittstemperaturen sind Voraussetzungen dafür, die Wunder Patagoniens auch genießen zu können.
Beste ZeitDer patagonische Sommer beginnt kurz vor der Weihnachtszeit. Von Mitte November bis Anfang Januar bestehen die größten Chancen auf stabiles Wetter. Trotzdem liegen die Durchschnittstemperaturen deutlich unter 10°C und man muss auch auf Schneefälle vorbereitet sein.
Ausrüstung/VerpflegungWir hatten in Patagonien unsere Kåta dabei. Nicht nur, dass sie sich als sturmtauglich und wasserfest erwiesen hat. Darüber hinaus hatten wir ein trockenes und warmes Heim, in dem wir zu Heiligabend sogar einen Weihnachtsbaum aufstellten. Die übrige Ausrüstung entsprach im Wesentlichen der, die wir im Herbst auf Touren in den heimischen Mittel- und Hochgebirgen einsetzen. An Verpflegung haben wir unser bewährtes Cathay und Viba-Riegel von zu Hause mitgebracht. Alles andere haben wir vor Ort in den Städten gekauft. Da das Preisniveau in Chile niedriger liegt, ist es ratsam, vor dem Wechsel nach Argentinien benötigten Proviant dort zu kaufen. ÜbernachtungIn den Orten sind wir meist in einfachen Hospedajes abgestiegen. Das sind preiswerte, familiär geführte Unterkünfte. Die Auswahl ist groß genug, und so lohnt es sich, vorher die Zimmer zu inspizieren, Preise zu vergleichen und zu klären, ob das Duschwasser warm und das Frühstück „incluido“ ist. Naturgemäß bekommt man in dieser Preisklasse die besten Kontakte zu Rucksackreisenden aus aller Welt. In den Nationalparks ist das freie Zelten in aller Regel nicht gestattet und auch nicht notwendig. Dafür gibt es jedoch eine ausreichende Anzahl an Campingplätzen (Campamento). Komfort und Dienstleistung wird man dort oft vergeblich suchen. Meist sind es nur einige Stellflächen für die Zelte und ein Plumpsklo. Gehören die Plätze zu benachbarten Hosterias, werden Gebühren fällig, und man kann die sanitären Einrichtungen dieser Berghütten mit benutzen. SpracheSpanische Grundkenntnisse sind unbedingt empfehlenswert. Je weiter man von größeren Städten entfernt ist, um so geringer sind die Chancen, dass man sich mit Englisch durchfragen kann. Dann werden schon einfache Tätigkeiten, wie Einkaufen, Verkehrsverbindungen erfragen usw. problematisch. BesonderheitenAuch in den Nationalparks sind die Beschilderungen der Wege recht spärlich. Sollte man in die Situation kommen, sich orientieren zu müssen, bitte daran denken, dass die Sonne mittags im Norden steht. Man sollte in der Lage sein, die wahre Ortszeit und die Missweisung zu bestimmen, und das auch bereits vor Eintritt einer Krisensituation getan haben. Trotzdem immer wieder mal überprüfen, da sich einige Werte ändern können. Funktioniert der Kompass nicht (Nadel schleift am Boden), liegt es daran, dass er nur für den Einsatz auf der Nordhalbkugel konzipiert wurde. Dieses Phänomen nennt man Inklination. Auf der Nordhalbkugel wird das Nordende einer exakt in der Mitte gelagerten Magnetnadel nach unten gezogen. Um eine waagerechte Position zu erreichen, wird der Schwerpunkt entsprechend verlagert. Auf der Südhalbkugel ist es genau umgekehrt, so dass die Nadel eine so starke Schräglage einnimmt, dass sie nicht mehr frei schwingen kann. Inzwischen gibt es Modelle, die universell einsetzbar sind. Ansonsten muss man die Kompassdose gegen eine geeignete austauschen.
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