South Nahanni River - Informationen
Ob Sommer- oder Wintertour auf dem South Nahanni River, "Dangerous River" (engl.) von Patterson ist ein Klassiker, der den Leser zurück führt in eine spannende Zeit, als viele Geheimnisse des Nahanni noch nicht gelüftet waren. Zusammen mit seinem Gefährten Gordon Mathews war Patterson als Prospektor und Pelztierjäger an den Nahanni gekommen, und es hat einen ganz besonderen Reiz, unterwegs in seinem Buch zu lesen und dabei die Landschaft mit eigenen Augen wieder zu erkennen, die er vor rund siebzig Jahren beschrieb. "A Snow Walker's Companion" (engl.) von Garrett und Alexandra Conover ist das Handbuch für jeden, der auf traditionelle Art im Winter durch die Wildnis des hohen Nordens reisen will. Ausrüstung, Verpflegung, Verhalten - hier haben zwei Praktiker ihre Erfahrungen zusammengefasst. Ein hervorragendes Buch. Der "Nahanni the River Guide" (engl.) ist auf Grund seiner detaillierten Beschreibungen nicht nur dem Kanufahrer von Vorteil, sondern war uns auch auf dem zugefrorenen Fluß ein nützlicher Begleiter.
Im Winter an den South Nahanni zu kommen, stellte sich als unerwartet schwierig heraus. Das riesige Gebiet ist absolut menschenleer und wird auch nicht im regulären Flugverkehr überflogen. Es gibt deshalb keine Informationen über den Zustand des Eises und es fliegt da auch keiner hin, nur um schnell mal nachzuschauen, wie es aussieht. Nur wenige Buschflieger rüsten ihre Maschinen im Winter auf Schneekufen um, und als wir die endlich gefunden hatten, lehnten sie es ab, uns zu unserem Ziel zu fliegen. Zu gefährlich! Einzig die Wolverine Air sagte zunächst zu. Deren Absage kam keine zwei Wochen vor der Abreise, weil man auf Grund außergewöhnlich starker Schneefälle in der Region annahm, dass das Flugzeug im vermutet tiefen Schnee nicht mehr würde starten können, was sich später auch als richtig heraus stellen sollte. So blieb nach etwas hektischer Expresssuche der Helikopter als universelles, aber auch teureres Transportmittel. Da wir auch nicht wissen konnten, wie weit wir kommen würden, haben wir für ein festes Datum mehrere Abholpunkte vereinbart, die der Helikopter von der Mündung stromaufwärts anfliegen sollte. An einem dieser Punkte haben wir uns dann aufgehalten. Um schlechtes Wetter einzukalkulieren, war der Folgetag als Reserve geplant. Einige Tipps zum Wintertrekking an sich finden sich auf unseren Seiten Tentipi Kåta, Outdoor-Ofen und Eiswandern. Wir gehen davon aus, dass jemand, der eine solche Tour plant, über die entsprechende Erfahrung verfügt. Eine Wintertour in der abgeschiedenen Wildnis des hohen Nordens ist nicht der Anlass, um sich selbst oder seine Ausrüstung erstmalig zu testen. Neben körperlicher Fitness ist mentale Stärke mindestens genauso wichtig, und die erlangt man nur, wenn man weiß, worauf man sich verlassen kann. Wir sind ohne Funkgerät eingeflogen, benutzten kein Gore-Tex oder ähnliches High-Tech-Material, und hatten nicht einmal einen Kocher dabei. Angelesenes Wissen nützt nichts, wenn man es selbst nicht anwenden kann. Oder wenn es falsch ist, weil es manch gutem Ratschlag in der Outdoor-Literatur an Praxistauglichkeit mangelt. Man traue also nur dem, was man selbst probiert hat und beherrscht. Auch für eine Tour außerhalb der Kanusaison ist die kostenpflichtige Genehmigung der Nationalpark-Verwaltung (siehe Adressen) Pflicht.
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